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  BAUGIPSHERSTELLUNG

 

BAUSTOFFE - BINDEMITTEL BAUGIPSE

 

Die Gipsherstellung erfolgt auf zwei unterschiedlichen Wegen:

1. Brennen von natürlich vorkommenden Gipsstein in Brennöfen

Das Brennen von natürlich vorkommenden Gipsstein (chem. CaSO4 2 H2O) oder Anhydrit (CaSO4)  in großtechnischen Anlagen

Der geförderte Gipsstein wird zermahlen und in Öfen gebrannt. Durch den sogenannten Gipsbrand wird das im Gipsstein gebundene Kristallwasser teilweise oder vollständig verdunstet

Durch unterschiedliche Brenntemperaturen werden verschiedene im Baubereich einsetzbare Baugipse hergestellt

Brenntemperatur des Gipsstein Gipsprodukt Chem. Formel
Gipsstein unter Wärmezufuhr
373  - 573 Kelvin Halbhydrat = Stuckgips CaSO4 2 H2O ----> CaSO4 1/2 H2O (+ 1 1/2 H2O)
573 - 1273 Kelvin Anhydrit CaSO4 2 H2O ----> CaSO4 + 2 H2O

(Bei der Zugabe von Wasser zum gebrannten Gips erfolgt der gewünschte Effekt, dass dieser mit Wasser in Verbindung gebracht unter Freisetzung von Wärme wieder zu Gipsstein abbindet = Abbindevorgang)

2. Gipsherstellung bei der Rauchgasentschwefelung in Kohlekraftwerken (REA-Gipse)

Als Nebenprodukt entsteht dieser sogenannte REA-Gips in grossen Mengen bei der großtechnisch eingesetzten Rauchgasentschwefelung in Kohlekraftwerken.

Um den bei der Verbrennung der Kohle entstehenden Schwefeldioxidausstoss (SO2) in die Luft zu verhindern, wird in Kohlekraftwerken das Rauchgas des Kohlebrands mit eine Suspension (Lösung) aus Kalkstein (CaCO3) oder Kalkmilch (Ca(OH)2) in sogenannten Rauchgaswäschern fein aus Düsen besprüht.

Als chemische Reaktion bindet der Kalkstein das in den Rauchgasen enthaltene Schwefeldioxid unter Entstehung von Calciumsulfit, das wiederum
in Verbindung mit dem Sauerstoff der Luft zu Calciumsulfatdihydrat oxidiert.

Bei diesem Verfahren entstehen feine Gipskristalle von ca. 0,03 - 0,07 mm Größe. Durch anschließendes Waschen und Filtrieren entsteht ein Gips von hoher Reinheit.


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