Wie die meisten
Industrieprodukte ist auch der Kalk für das Baugewerbe in den
dreißiger Jahren in Deutschland genormt worden. Heute ist die Baukalk-Norm
DIN 1060 die Grundlage für alle Kalkarten.
Die DIN 1060-1 (Ausgabe März 1995) legt die Anforderungen
für Baukalk fest.
Baukalke werden allgemein als Bindemittel definiert, deren
analytische Hauptbestandteile die Oxide und Hydroxide des
Calciums (CaO, Ca(OH)2), Magnesiums (MgO, Mg(OH)2),
Siliciums (SiO2), Aluminiums (Al2O3)
und des Eisens (Fe2O3) sind. Entsprechend
der Verwendung in der Bauindustrie werden nach dem
Erhärtungsverhalten zwei Gruppen, die Luftkalke und die
Hydraulischen Kalke, unterschieden. Luftkalke erhärten unter
der Einwirkung von atmosphärischem Kohlenstoffdioxid,
Hydraulische Kalke erstarren und erhärten unter Wasser.
Atmosphärisches Kohlenstoffdioxid trägt zum Erhärtungsprozeß
bei, da diese Kalke einen Mindestgehalt an freiem Kalk
enthalten.
Zu den Luftkalken, die vorwiegend aus Calciumoxid oder
Calciumhydroxid bestehen, zählen die Calciumkalke mit einem
CaO+MgO-Gehalt > 70 % und die Dolomitkalke, die neben der
CaO-Komponente auch einen bestimmten MgO- bzw. Mg(OH)2-Anteil
aufweisen. Die Kalke werden weiter in ungelöschte und
gelöschte Produkte unterteilt.
Die Hydraulischen Kalke bestehen vorwiegend aus
Calciumsilikaten, Calciumaluminaten und Calciumhydroxid. Diese
Produkte können durch Brennen von tonhaltigem Kalkstein und
nachfolgendem Löschen und Mahlen und/oder durch Mischen von
geeigneten Stoffen mit Calciumhydroxid hergestellt werden.
Hydraulische Kalke, die durch Brennen von mehr oder weniger
tonhaltigem Kalkstein unterhalb von 1250 ° C und
anschließendem Löschen entstehen, werden "Natürliche
Hydraulische Kalke" genannt.
Baukalk kann
- ungelöscht und gemahlen als Feinkalk,
- ungelöscht und ungemahlen als Stückkalk oder
- in gelöschter Form als Kalkhydrat
geliefert werden.
Aus Kalk, Sand und Wasser wird nach der traditionellen
Methode auf der Baustelle nach bestimmten Mischregeln der
Mörtel zum Mauern und Putzen hergestellt. Dazu müssen die
Bestandteile innig durchmischt und gleichmäßig dosiert werden,
damit ein einwandfreier Mörtel entsteht.
Viele Beispiele aus Jahrtausende alten Gemäuern zeigen, wie
haltbar Kalkmörtel und -Putze sind. Die Römer verwendeten ihn
ebenso wie Griechen, Ägypter, Inder und Chinesen.