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  BAUKALK

 

BAUSTOFFE - BINDEMITTEL BAUKALKE
Was ist Kalk?
Begriffsbestimmung

Der Name "Kalk" leitet sich von lat. calx ab. Nach vielfältigem Gebrauch mit unterschiedlicher Bedeutung

  • in der Alchimie des Mittelalters Metallkalk,
  • in der Chemie (Calciumverbindungen, die in einfachem Zusammenhang mit Calciumoxid (CaO) stehen),
  • in der Geologie (unverfestigtes Kalksediment, verfestigter Kalkstein, stratigraphischer Eigenname und erklärender Zusatz zu Gesteinsnamen)

werden heute mit "Kalk" nur die veredelten Produkte Branntkalk oder gelöschter Kalk (Kalkhydrat) bezeichnet.

Kalk entsteht durch Brennen von Kalkstein. Hauptbestandteil des Kalksteins ist Calciumcarbonat.

Die Entstehung von Kalk

Die meisten Kalksteinlagerstätten in Deutschland sind vor Jahrmillionen aus den Schalen und Skeletten im Meer lebender Organismen entstanden...

Kalkschlamm bildete sich auf dem Grund des Meeres, Korallenstöcke wuchsen und wurden überlagert. Der Schlamm verfestigte sich. Teilweise reagierte er mit magnesiumhaltigen Wässern und bildete so den dem Kalkstein nahe verwandten Dolomit.

Durch die Auflast jüngerer Sedimente, die Kompaktion, wurde der Untergrund immer fester und bildete sich im Laufe von Millionen Jahren zu festem Gestein um. Unter besonderen Bedingungen entstanden auch Fossilien, wie der ca. 170 Millionen Jahre alte Ammonit aus dem Jura.

Die heutigen Kalksteinlagerstätten in Deutschland sind bis zu 600 Mio. Jahre alt. Der Geologe teilt sie nach der Entstehungszeit in verschiedene Epochen ein:

  • Kreide,
  • Jurakalk,
  • Trias (u.a. Muschelkalk),
  • Paleozoikum (u.a. der bedeutendste Rohstoff, der devonische Massenkalk).
Der älteste Kunde der Kalkindustrie ist das Baugewerbe. Hier wird der Kalk zum Anmischen von Mörtel auf der Baustelle seit Jahrtausenden eingesetzt.

Wie die meisten Industrieprodukte ist auch der Kalk für das Baugewerbe in den dreißiger Jahren in Deutschland genormt worden. Heute ist die Baukalk-Norm DIN 1060 die Grundlage für alle Kalkarten.

Die DIN 1060-1 (Ausgabe März 1995) legt die Anforderungen für Baukalk fest.

Baukalke werden allgemein als Bindemittel definiert, deren analytische Hauptbestandteile die Oxide und Hydroxide des Calciums (CaO, Ca(OH)2), Magnesiums (MgO, Mg(OH)2), Siliciums (SiO2), Aluminiums (Al2O3) und des Eisens (Fe2O3) sind. Entsprechend der Verwendung in der Bauindustrie werden nach dem Erhärtungsverhalten zwei Gruppen, die Luftkalke und die Hydraulischen Kalke, unterschieden. Luftkalke erhärten unter der Einwirkung von atmosphärischem Kohlenstoffdioxid, Hydraulische Kalke erstarren und erhärten unter Wasser. Atmosphärisches Kohlenstoffdioxid trägt zum Erhärtungsprozeß bei, da diese Kalke einen Mindestgehalt an freiem Kalk enthalten.

Zu den Luftkalken, die vorwiegend aus Calciumoxid oder Calciumhydroxid bestehen, zählen die Calciumkalke mit einem CaO+MgO-Gehalt > 70 % und die Dolomitkalke, die neben der CaO-Komponente auch einen bestimmten MgO- bzw. Mg(OH)2-Anteil aufweisen. Die Kalke werden weiter in ungelöschte und gelöschte Produkte unterteilt.

Die Hydraulischen Kalke bestehen vorwiegend aus Calciumsilikaten, Calciumaluminaten und Calciumhydroxid. Diese Produkte können durch Brennen von tonhaltigem Kalkstein und nachfolgendem Löschen und Mahlen und/oder durch Mischen von geeigneten Stoffen mit Calciumhydroxid hergestellt werden.

Hydraulische Kalke, die durch Brennen von mehr oder weniger tonhaltigem Kalkstein unterhalb von 1250 ° C und anschließendem Löschen entstehen, werden "Natürliche Hydraulische Kalke" genannt.

Baukalk kann
- ungelöscht und gemahlen als Feinkalk,
- ungelöscht und ungemahlen als Stückkalk oder
- in gelöschter Form als Kalkhydrat
geliefert werden.

Aus Kalk, Sand und Wasser wird nach der traditionellen Methode auf der Baustelle nach bestimmten Mischregeln der Mörtel zum Mauern und Putzen hergestellt. Dazu müssen die Bestandteile innig durchmischt und gleichmäßig dosiert werden, damit ein einwandfreier Mörtel entsteht.

Viele Beispiele aus Jahrtausende alten Gemäuern zeigen, wie haltbar Kalkmörtel und -Putze sind. Die Römer verwendeten ihn ebenso wie Griechen, Ägypter, Inder und Chinesen.

 


 

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