Deckputz ist eine andere Bezeichnung für die
oberste, an der Luft liegende Putzschicht, den Oberputz.
Die äußere Schicht des Putzsystems wird durch
einen speziellen Dekorputz gebildet. Dieser Oberputz gibt dem Haus in puncto Farbe und
Oberflächenstruktur das eigentliche Gesicht. Die Firma Heidelberger Zement produziert
eine Vielzahl verschiedener Oberputze, die in zwei große Gruppen aufgeteilt werden
können:
- Dünnschichtige Oberputze
Dünnschichtige Oberputze sind Materialien, die als letzte Putzlage lediglich in
Kornstärke aufgezogen und dann strukturiert werden. Heidelberger Scheibenputz, eine
Variante der dünnschichtigen Oberputze wird in den Kornstärken 2 und 3 mm verarbeitet
und bildet eine gleichmäßige rauhe Struktur. Heidelberger Münchner Rauhputz extra
bildet eine Rillenstruktur, deren Rillen je nach Richtung des Reibens rund, waagerecht
oder senkrecht verlaufen. Die Körnung dieses Putzes beträgt entweder 2, 3 oder 5 mm.
Welche dieser Putze zum Einsatz kommen, bleibt Ihrem Geschmack überlassen. Gemeinsam ist
Ihnen die zur Auswahl stehende Farbpalette von 88 Farben. Zusätzlich zu diesen Strukturen
steht auch ein frei strukturierbarer, weißer Oberputz zur Herstellung von rustikalen oder
Kellenstrukturen zur Auswahl.
- Dickschichtige Oberputze
Dickschichtige Oberputze sogenannte Kratzputze werden wie der Name schon sagt, dick
(ca. 15 mm) aufgetragen. Nach dem ersten Erhärten wird mit einem nagelbesetzten Werkzeug
(der sogenannte Kratzputzigel) ca. 5 mm der Schicht heruntergekratzt. Durch diese
Behandlung werden in dem Putz sämtliche Spannungen abgebaut, die durch
Bindemittelanreicherungen an der Oberfläche entstehen. Der Mörtel erhärtet extrem
langsam und kann deshalb lange durch Bauwerksbewegungen verformt werden.
Durch den Abtrag der Oberfläche entsteht eine rauhe Oberfläche, die lange Zeit leicht
sandet. Dieses Absanden sorgt für einen Selbstreinigungsprozeß. Kratzputzfassaden
bleiben außerordentlich lange sauber und ansehnlich. Kratzputz stellt in Hinsicht auf
Rißfreiheit und Dauerhaftigkeit die in technischer Hinsicht anspruchsvollste Lösung für
die Fassade dar.
Wird die Gesamtputzschicht nicht dicker als 20 mm, so können Sie bei ebenen
Mauerflächen die beiden Putzlagen auch naß in naß auftragen. Im allgemeinen wird jedoch
der Oberputz nach dem Erhärten des Unterputzes aufgetragen. Zum Aufziehen benutzen Sie
wieder das Brett.
Zum Schluß wird der Oberputz durch Abreiben mit dem Reibebrett
verdichtet und ausgeglichen. Arbeiten Sie hierbei sowohl in ziehenden als auch in
kreisenden Bewegungen. Wenn Sie nach dem Abschluß Ihrer Verputzarbeiten noch Unebenheiten
entdecken, sollten Sie diese gleich im Anschluß mit zusätzlichem Putz egalisieren.
Größere Fehlstellen werden mit zusätzlichem Mörtel gefüllt, kleine Fehlstellen
schließen sich beim Reiben.
|